Förderung für Heizungen

Neuerungen bei KfW und BAFA für 2022

Bild: NIBE Wärmepumpen Förderung 2022

Seit 2021 gibt es neue Förderungen von KfW und BAFA - viele gelten auch 2022 weiterhin

Welche Förderungen gibt es für eine neue Heizung im Neubau und Altbau? Diese Frage ist nach zahlreichen Änderungen und Anpassungen in den vergangenen Jahren und speziell den ersten Monaten des Jahres 2022 oft nicht auf den ersten Blick zu beantworten. Wir geben Ihnen deshalb eine Übersicht über die aktuellen Förderungen für Heizungen und informieren Sie über den Status Quo bei KfW und BAFA.

Die meisten Heizungs-Förderungen gibt es 2022 im Rahmen einer Altbau-Gesamtsanierung oder eine einzelne Heizungs-Optimierung. Zur Wahl stehen Kredite oder Zuschüsse - je nachdem, ob es sich um eine Einzelmaßnahme im Altbau handelt (BAFA BEG EM, KfW 262) oder ob durch die Sanierung ein bestimmter Effizienzhaus-Standard erreicht wird (KfW 261, KfW 461). Insgesamt sind bis zu 75.000 Euro Förderung möglich.

Die Förderung für moderne Heizungen im Neubau beschränkt sich indes auf eine einzige indirekte Förderung. Wird der Standard „Effizienzhaus 40 Nachhaltigkeits-Klasse mit Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG)“ erreicht, gewährt die Kreditanstalt für Wiederaufbau einen Förderkredit mit Tilgungszuschuss (KfW 261). Damit sind bis zu 18.750 Euro Förderung möglich.

Förderung der KfW: Zuschuss für Wohngebäude und Kredit für Einzelmaßnahmen eingestellt!

Bitte beachten Sie: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat die Förderprogramme KfW 262 (Kredit für Einzelmaßnahmen) und KfW 461 (Wohngebäude-Zuschuss) per 28.7.2022 eingestellt. Für energieeffiziente Neubauten und Altbau-Sanierungen zum Effizienzhaus gilt weiterhin der Förderkredit KfW 261.

Änderungen: 2020, 2021 und 2022

Bei den staatlichen Förderungen in Deutschland hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Änderungen gegeben. Mit der Einführung der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ sollte ein erster Schritt zur Vereinfachung des Förderdschungels getan werden. Die Idee: Förderungen für Effizienzhäuser gibt es nur noch von der KfW, Zuschüsse bzw. Kredite für Einzelmaßnahmen zur Sanierung entweder vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) oder der KfW.

Inzwischen sind - nach einem zwischenzeitlichen Wechsel der Bundesregierung - alle Förderungen, Konditionen und Fördersätze so angepasst worden, dass Hausbesitzer oder Bauherrn sich darauf verlassen können, dass die Programme und groben Randbedingungen bis Anfang 2023 so bleiben wie sie aktuell sind. Eine Chronik:

Entwicklung der Wohngebäude- und Heizungs-Förderung in Deutschland

Förderung im Jahr

Änderung

Details

2020

Gebäudeenergiegesetz (GEG) ersetzt EnEV, EEWärmeG und weitere

Ende 2020 wird mit dem GEG eine neue rechtliche Grundlage für die Förderungen eingeführt

2021

Einführung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Anfang 2021 wird die BEG-Förderung eingeführt. Durch hohe Fördersätze und Bonus-Förderungen ist die staatliche Unterstützung so attraktiv wie nie zuvor - das gilt sowohl für Sanierungen von Altbauten sowie beim Bau oder Kauf von energieeffizienten Neubauten. Die Zuständigkeiten werden zwischen BAFA und KfW aufgeteilt.


Wechsel der Bundesregierung

Ende 2021 wechselt die Bundesregierung. In der Folge sollen die bisherigen Förderungen für energetische Sanierungen und effiziente Neubauten angepasst werden. Der Wegfall der Förderung für die KfW-Effizienzhäuser 55 im Neubau ist bereits vorher beschlossen worden.

2022

Stopp der KfW-Förderungen

Ende Januar 2022 kann unerwartet keine KfW-Förderung für effiziente Gebäude mehr beantragt werden. Begründet wird der Förderstopp mit der Erschöpfung des Budgets und Vorläufigkeit des neuen Haushalts - also noch nicht gesicherter neuer Finanzmittel des Bundes.


Wiederaufnahme der Altbau-Förderung der KfW

Ende Februar 2022 werden einige der ausgesetzten KfW-Förderungen wieder aufgenommen. Es geht dabei um Sanierungen von Altbauten mit schlechter Energieeffizienz.


Wiederaufnahme der Neubau-Förderung der KfW

Ende April 2022 werden vom Bundesministerium 1 Mrd. Euro für mehrere bestimmte Effizienzhaus-40-Standards im Neubau zur Verfügung gestellt. Die Summe ist nach wenigen Stunden erschöpft. Es greift eine geplante Anpassung.


Anpassung der Neubau-Förderung der KfW

Die Förderung für Neubauten wird aufgrund der erschöpften Bundesmittel angepasst, es gibt seither nur noch eine einzige Förderung: Einen Förderkredit für das KfW-Effizienzhaus-40 NH-Klasse/QNG. Eine alternative Zuschuss-Förderung im Neubau fällt weg. Gasheizungen im Neubau werden nicht mehr gefördert.


KfW & BAFA - die besten Programme

Je nach individueller Situation stehen verschiedene Förderungen für Heizungen bereit. Etwa die BEG-Förderung des BAFA (Bundesförderung für effiziente Gebäude) oder die Förderung über verschiedene KfW-Kreditprogramme, z. B. für Effizienzhäuser.

Tipp: Wenn möglich, greifen Sie im Altbau auf den BAFA-Zuschuss für die Einzelmaßnahme zurück (BAFA BEG EM). Sie müssen dann keinen bestimmten Effizienzhaus-Standard erreichen und bekommen für den Heizungstausch Förderung je nach Heizungsart von 20 bis 55 Prozent der förderfähigen Kosten bis 60.000 Euro (Förderung für Wärmepumpe: mindestens 35 Prozent). Benötigen Sie einen Kredit für die Sanierung oder den Kauf der Immobilie, greifen Sie alternativ auf die KfW-Förderungen zurück. Details hierzu lesen Sie in den folgenden Abschnitten.

Bild: Förderung 2022 - Änderungen im Überblick

Förderung 2022 - die neuesten Änderungen im Überblick

Was ist wichtig ab April 2022?

Seit Ende April 2022 gelten erneut angepasste Förderungen im Neubau. Wer eine Förderung beantragen will, stellt sich die Frage, wie lange die Konditionen und Fördersätze nach der neuesten Änderung diesmal gelten. Es zeichnet sich ab, dass nun wieder etwas mehr Ruhe in die Förderlandschaft eingekehrt ist. Die aktuell gültigen Förderungen der KfW sollten sich zumindest bis zum Jahresbeginn 2023 nicht noch einmal ändern.

Zum Stichtag 21. April 2022 gilt für die KfW-Förderung im Neubau: Es gibt nur noch die Kreditvarianten - einen Zuschuss für energieeffiziente Neubauten gewährt die KfW nicht mehr. Außerdem werden Gasheizungen im Neubau nicht mehr gefördert - auch dann nicht, wenn sie als Gasbrennwertheizung das Label „Renewable ready“ tragen. Die Heizungs-Förderung im Altbau hingegen hat sich zuletzt im Februar 2022 geändert.

Aktuelle Förderungen von KfW & BAFA für eine neue Heizung

Neue Heizung

Förderung

Institut

Programm

Als Einzelmaßnahme ohne EH-Standard

Kredit

KfW

KfW 262


Zuschuss

BAFA

BEG EM

Altbau-Sanierung mit EH-Standard

Kredit

KfW

KfW 261*


Zuschuss

KfW

KfW 461*

Neubau nach EH-Standard**

Kredit

KfW

KfW 261*


Zuschuss

--

--

*) Heizung wird anteilig mitgefördert
**) Nur für den Standard EH-40-NH/QNG können Sie Förderung erhalten!

Förderung für Heizungen im Neubau

Nicht nur im Hinblick auf Förderungen stellt sich die Frage „Welche Heizung wählen?“. Die Heizungs-Empfehlungen für den Neubau sind jedoch überschaubar, wenn Sie eine Förderung in Anspruch nehmen und so bei den Investitions-Kosten sparen wollen.

Um den einzigen noch förderfähigen Effizienzhaus-Standard im Neubau, den „EH 40 NH/QNG“ zu erreichen, bleibt beim Einfamilienhaus aufgrund der strengen Vorgaben praktisch nur der Einbau einer hocheffizienten Wärmepumpenheizung - optional in Kombination mit einer Photovoltaikanlage. Theoretisch ebenfalls förderfähige Holzheizungen sind eher für Sanierungen geeignet und Brennstoffzellen sowie Blockheizkraftwerke für große Mehrfamilienhäuser.

Entscheiden Sie sich für eine Wärmepumpe im Neubau und erreichen Sie damit den EH-40-NH-Standard mit QNG-Zertifizierung, gewährt Ihnen die KfW einen Förderkredit bis zu 150.000 Euro mit einem Tilgungszuschuss von 12,5 Prozent, also 18.750 Euro. Der maximale Kreditbetrag bezieht sich auf die Gesamt-Investition. Die Wärmepumpe wird indirekt mitgefördert, weil sie zum Erreichen des EH-Standards beiträgt.

Förderung im Neubau

EH-Standard

Förderung

Art

Summe

Wird erreicht (EH-40-NH/QNG)

KfW 261

Kredit

Kredit bis 150.000 € mit max. 12,5 % Tilgungszuschuss

Wird nicht erreicht

Keine

--

--


Beispiel: Förderung für eine NIBE-Wärmepumpe

Ein Förder-Beispiel: Nehmen wir an, es soll eine NIBE-Sole-Wasser-Wärmepumpe im Neubau verbaut werden, der - mit Unterstützung dieser Heizung - den Effizienzhaus-Standard 40 mit Nachhaltigkeitsklasse / QNG erfüllt. Von den Investitionskosten von 502.000 Euro entfallen 22.000 Euro auf die Wärmepumpe. Wird ein Kredit über die maximal mögliche Summe von 150.000 Euro aufgenommen, bekommt der Bauherr 18.750 Euro Förderung über den Tilgungszuschuss.

Wärmepumpen-Förderung im Neubau

Szenario

Heizung (inkl. Einbau)

Förderung

KfW-Effizienzhaus 40 mit Gasheizung und Solarthermie kostet ca. 491.000 €

Gasheizung und Solarthermie kostet anteilig ca. 11.000 €

Keine

KfW-Effizienzhaus 40 NH/QNG* mit Wärmepumpe kostet ca. 502.000 €

Sole-Wasser-Wärmepumpe kostet anteilig ca. 22.000 €

18.750 €
(12,5 % von 150.000 € Kreditsumme – KfW-Kredit 261)

*) Nachhaltigkeits-Klasse / Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude

Bild: Förderung für NIBE Wärmepumpen in 2022

Auch 2022 werden NIBE Wärmepumpen großzügig gefördert

Förderung für Heizungen im Altbau

Bei der Antwort auf die Frage „Welche Heizung im Altbau einbauen?“ gibt es deutlich mehr Optionen. Um im Jahr 2022 eine Förderung für die neue Heizung im Altbau zu erhalten, sind die Hürden viel geringer als im Neubau.

Folgende Heizungen bekommen aktuell Förderung, wenn sie im Altbau eingebaut werden: Gas-Brennwertheizungen „Renewable ready“, Gas-Hybridheizungen, Solarthermie-Anlagen, Wärmepumpen, Biomasse-Anlagen (vor allem Holzheizungen), Heizungen auf Erneuerbare-Energien-Basis (EE) bzw. EE-Hybridheizungen.

Bei der Höhe der Förderung kommt es mitunter auf die Art der Heizung an, aber auch darauf, ob die Installation der neuen Heizung eine Einzelmaßnahme ist oder - in Kombination mit anderen Arbeiten z. B. an der Gebäudehülle (neue Dämmung) ein förderfähiger Effizienzhaus-Standard im Altbau erreicht wird.

Förderung im Altbau

EH-Standard

Förderung

Art

Summe

Wird nicht erreicht

BAFA BEG EM*

Zuschuss

20 bis 55 % der förderfähigen Kosten bis 60.000 €

Wird nicht erreicht

KfW 262*

Kredit

20 bis 55 % des förderfähigen Kredits bis 60.000 € als Tilgungszuschuss

Wird erreicht (verschiedene möglich)

KfW 461**

Zuschuss

bis zu 50 % von max. 150.000 € förderfähigen Kosten (abhängig vom erreichten EH-Standard)

Wird erreicht (verschiedene möglich)

KfW 261**

Kredit

bis zu 50 % von max. 150.000 € Kreditbetrag (abhängig vom erreichten EH-Standard)

*) für die Einzelmaßnahme
**) Heizung wird anteilig mitgefördert

Beispiel: Förderung für eine NIBE-Wärmepumpe

Ein Förder-Beispiel: Möchten Sie eine NIBE Wärmepumpe im Altbau installieren lassen, bekommt eine neue Wärmepumpe (z. B. die Erd-Wärmepumpe NIBE S1155 oder die Luft-Wasser-Wärmepumpe NIBE F2120) eine einmalige Zuschuss-Förderung in Höhe von mindestens 35 Prozent der Investitionskosten vom BAFA.

Ist die neue Wärmepumpe als Ersatz für eine alte Ölheizung als Einzelmaßnahme ausgeführt, bekommen Sie einen Bonus für den Wechsel, sodass zur BAFA-Basisförderung von 35 Prozent nochmals 10 Prozentpunkte dazukommen, Sie also eine Förderung von 45 Prozent erhalten.

Wärmepumpen-Förderung im Altbau

Szenario

Wärmepumpe (inkl. Einbau)

Förderung

Modernisierung der Heizung als Einzelmaßnahme (EM)

Luft-Wasser-Wärmepumpe für 30.000 €

BAFA: 35 % der Investitionskosten: 10.500 €;

45 % bei Austausch einer Ölheizung: 13.500 €


Bild: Förderung 2022 auch für Smart Home

2022 gibt es auch Förderungen für Smart-Home-Lösungen

Keine Zuschüsse mehr für Öl und Gas

Wichtig zum Thema Heizungs-Förderung: Seit April 2022 bekommen Sie für eine Gasheizung im Neubau keine Förderung mehr. Im Altbau gibt es seit 2021 noch Förderung für Gas-Brennwertheizungen „Renewable ready“ und Gas-Hybridanlagen. Die Förderung für Ölheizungen ist bereits 2020 komplett ausgelaufen, auch für Ölbrennwertkessel.

Die jüngste Einschränkung der Neubau-Förderung konzentriert sich im Wesentlichen der Wegfall des KfW-461-Zuschusses, die Begrenzung auf einen einzigen förderfähigen Effizienzhaus-Standard sowie die Halbierung des bisherigen maximalen Fördersatzes. Das dadurch eingesparte Budget soll für Sanierungen zur Verfügung stehen. Dass die Förderung von Neubauten nach dem Regierungswechsel nicht mehr so sehr im Fokus stehen wird, war bereits angekündigt worden.

Fazit zu den Förderungen seit 2022

Für uns bei NIBE sind die aktuellen Förderungen ein Schritt in die richtige Richtung. Der Fokus darauf, die Fördergelder vor allem für die energieeffiziente Sanierung bereits bestehender Gebäude bereitzustellen, trägt zu einem insgesamt klimafreundlichen Gebäudebestand bei. Hausbesitzer können gleich in mehreren Bereichen können von guten Konditionen profitieren. Das gilt für Dämmungen wie für Heizungen – insbesondere innovative Wärmepumpen – gleichermaßen.

Wer jetzt eine effiziente und umweltfreundliche neue Wärmepumpe installiert, wird dafür vom Staat mit einer Basis-Förderung von 35 Prozent belohnt. Wenn die Wärmepumpe eine Ölheizung ersetzen soll, gibt es einen „Ölaustausch-Bonus“ von weiteren 10 Prozentpunkten, sodass 45 Prozent der Kosten vom BAFA erstattet werden. Durch geschickte Kombination mit dem iSFP-Bonus sind selbst 50 Prozent Förderung für die Wärmepumpe möglich.

Angesichts dieser nach wie vor hohen Förderung speziell im Altbau war der Zeitpunkt nie günstiger, auf eine NIBE-Wärmepumpe zu wechseln. Mit der Umstellung der Förderungen 2021 ist somit ein echter Meilenstein erreicht worden - nicht nur für kostenbewusste Eigenheimbesitzer, sondern auch für den langfristigen Klimaschutz-Gedanken. Als Teil eines Effizienzhauses sind Wärmepumpen im Neubau selbstverständlich und werden nach wie vor gefördert, wenn ein bestimmter Standard erreicht wird. Hausbesitzer und Bauherrn können also auch 2022 eine hohe Förderung bekommen.

Fragen zur Förderung?

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