Förderung für Heizungen

Neuerungen bei KfW und BAFA für 2021

Bild: NIBE Wärmepumpen Förderung 2021

2021 bringt viele Neuerungen bei der Förderung mit sich

Im Jahr 2021 stehen erneut bedeutende Änderungen der Förderungen für energetische Sanierungen und Neubauten an. Die Förderlandschaft von Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) soll vereinfacht und zusammengeführt werden, wodurch sich teils neue Ansprechpartner für Förderungen ergeben.

Die umfangreiche Umstellung sorgt für viele Fragen: Welche Änderungen gibt es bei den Förderungen 2021? Wo müssen Förderanträge künftig gestellt werden? Gibt es weiterhin Zuschüsse und Förderkredite fürs Heizen mit erneuerbaren Energien? Bleibt die Förderung für Wärmepumpen erhalten? Was Sie als Hausbesitzer oder Bauherr beachten sollten, wenn Sie den Klimaschutz unterstützen und zugleich Geld sparen bzw. in Form einer Förderung vom Staat zurückbekommen möchten, erfahren Sie hier.

Zusammenfassung:
Neue Förderung ab 2021

Bereits 2020 hatte sich einiges bei den Förderungen für Sanierungen verändert und nun stehen bereits weitere Anpassungen in den Startlöchern. Ziel soll es diesmal sein, viele bestehende Programme zusammenzuführen, um die Übersicht und Antragstellung für Eigenheimbesitzer zu vereinfachen. Das klingt zwar auf Anhieb sehr erfreulich, gestaltet sich im Detail dann aber doch etwas komplexer. Damit Sie genau die passende Förderung für Ihre neue Heizung finden, haben wir hier die wichtigsten Veränderungen ab 2021 aufgeschlüsselt.

Förderung 2020 vs. 2021 im Vergleich

Sanierung & Förderung

Bis Ende 2020

Neu ab 2021

Rechtliche Grundlagen

Verschiedene Gesetze, u. a. EnEV oder EEWärmeG

Seit 11/2020 fasst GEG alles zusammen

Richtlinien für Förderungen

Verschiedene Programme, u. a. MAP oder APEE

Ab 01/2021 fasst BEG alles zusammen

Zuschüsse für Einzelmaßnahmen (EM)

Zuschüsse bei BAFA und KfW möglich

Zuschüsse für EM ab 2021 nur beim BAFA

Kredite für Einzelmaßnahmen

Kredit über Programm 152 der KfW

Neue KfW-Kredite für EM ab 07/2021 angekündigt

Zuschüsse für Komplettsanierungen oder Neubauten (WG)

KfW 151: zinsgünstiger Kredit bis max. 120.000 € + Tilgungszuschuss bis zu 48.000 €;
KfW 153: zinsgünstiger Kredit bis 120.000 € + Tilgungszuschuss bis zu 30.000 €

Neue Zuschüsse für WG bei KfW ab 07/2021 angekündigt

Kredite für Komplettsanierungen oder Neubauten

Verschiedene Kredite der KfW verfügbar

Neue KfW-Kredite für WG ab 07/2021 angekündigt

Heizungen mit Austauschpflicht

Keine Förderung erhältlich

Förderung ab 2021 angekündigt

Wärmepumpen für Sanierungen

Hoher Zuschuss vom BAFA oder Zuschuss 430 der KfW möglich (nur Effizienzhausförderung)

Hohe Zuschüsse, allein durch das BAFA

Wärmepumpen für Neubauten

KfW-Kredit und BAFA-Zuschuss konnten kombiniert werden

Keine gesonderten Zuschüsse für Wärmepumpen

EnEV: Energieeinsparverordnung; EEWärmeG: Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz; GEG: Gebäude-Energie-Gesetz; MAP: Marktanreizprogramm;
APEE: Anreizprogramm Energieeffizienz; BEG: Bundesförderung für effiziente Gebäude; EM: Einzemaßnahme; WG: Wohngebäude

Bild: Förderung 2021 - Änderungen im Überblick

Förderung 2021 - alle Änderungen im Überblick

Status quo in 2020

Seit 2020 sieht es bei den Förderungen für neue Heizungen und übrige Sanierungen so aus, dass die Zuständigkeiten zwischen BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) und KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) aufgeteilt werden. Beim BAFA gibt es nur einmalige Zuschüsse für Heizungen mit erneuerbaren Energien und bei der KfW Zuschüsse und Kredite für alle denkbaren Sanierungen und Neubau-Vorhaben.

Eine Ebene darunter haben zusätzlich verschiedenste Programme und Richtlinien Anwendung gefunden, was für Eigenheimbesitzer häufig sehr verwirrend war. Hierzu zählen zum Beispiel die EnEV, das EnEG, das EEWärmeG, die EBS-Programme, das MAP, das APEE und das HZO. Diese unübersichtliche Sammlung von Programmen und Institutionen soll ab 2021 deutlich vereinfacht werden.

GEG und BEG fassen künftig alles zusammen

Beim Thema Sanierung muss zwischen rechtlichen Mindestvorgaben und Richtlinien für die Förderungen unterschieden werden. Bei den Mindestvorgaben werden künftig alle Anforderungen für Sanierungen und Neubauten im GEG (Gebäudeenergiegesetz) zusammengefasst. Darin sind zum Beispiel die Mindestdicke für Dämmungen oder technische Vorgaben für neue Heizungen enthalten. Möchten Sie aber zum Beispiel den Austausch Ihrer alten Ölheizung fördern lassen, dann gilt ab 2021 die BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude). Nach wie vor bleiben die technischen Anforderungen an förderfähige Sanierungen deutlich höher, als es der gesetzliche Mindeststandard fordert - das war auch bisher mit der EnEV so.

Neue Aufgaben für BAFA und KfW

Im Zuge der Vereinheitlichung werden die Aufgaben von BAFA und KfW neu verteilt. Zuvor waren häufig mehrere Möglichkeiten zur Förderung verfügbar und die jeweiligen Vorteile oder Nachteile für Laien nicht immer klar ersichtlich.

So konnte zum Beispiel eine neue Wärmepumpe einen Zuschuss vom BAFA bekommen. Im Rahmen von Effizienzhaus-Sanierungen konnten Sie aber ebenso auch einen Zuschuss oder gar einen Kredit inklusive Zuschuss von der KfW erhalten. BAFA und KfW war wiederum im Neubau sogar kombinierbar, bei Sanierungen hingegen nicht. Um hier Verwirrungen etwas vorzubeugen, sollen ab 2021 alle Zuschüsse für Einzelmaßnahmen über das BAFA (z. B. auch für Dämmungen) und alle Kredite über die KfW abgewickelt werden. Dennoch soll es für Komplettsanierungen oder Neubauten Zuschüsse von der KfW geben - es bleibt also auch weiterhin etwas kompliziert.

Viele Details und Übergangslösungen noch unbekannt

Es sind zwar bereits viele Informationen der Bundesregierung im Umlauf, aber alle Details zu den Förderungen ab 2021 sind noch nicht bekannt. Viele Änderungen wurden angekündigt, aber noch nicht weiter spezifiziert. Tatsächlich sind die meisten Ankündigungen mit Vorsicht zu genießen. Relativ sicher sind nur die Aussagen zur Umverteilung von Zuschüssen und Krediten zwischen BAFA und KfW.

Die neuen Programme der KfW sollen zum Beispiel auch erst Mitte 2021 in Kraft treten. Damit wird es voraussichtlich zwischen dem 01.01.2021 und 01.07.2021 für Neubauten keine einzelnen Zuschüsse für Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien geben. Bislang gab es hier eine Förderung des BAFA für besonders effiziente Anlagen, die aber nach jetzigem Kenntnisstand ab 01.01.2021 entfällt. Eine neue Zuschuss-Förderung der KfW wird es dagegen voraussichtlich ab 01.07.2021 geben. Wärmepumpen werden dann als Bestandteil eines Effizienzhauses mit einem extra Bonus gefördert.

Bild: Förderung für NIBE Wärmepumpen in 2021

Auch 2021 werden NIBE Wärmepumpen großzügig gefördert

Förderung für NIBE Wärmepumpen in 2021

Viele Wärmepumpen von NIBE konnten bisher eine Förderung erhalten. Für 2021 wird sich die Anzahl der förderfähigen Wärmepumpen noch ausweiten. Lediglich für die Antragsteller wird es einige Änderungen geben, aber eine Verringerung der Zuschüsse deutet sich aktuell nicht an. Die Finanzierung dieser Maßnahmen zum Klimaschutz scheint auch langfristig gesichert.

Wärmepumpe im Neubau

Wenn Sie eine förderfähige NIBE Wärmepumpe (z. B. die Sole-Wasser-Wärmepumpe NIBE S1255 PC oder die Luft-Wasser-Wärmepumpe NIBE F2040) im Neubau installieren möchten, dann steht dafür ab Juli 2021 die KfW-Förderung für den jeweiligen Effizienzhaus-Standard zur Verfügung. Sie können dabei entweder auf einen umfangreichen Kredit oder einen einmaligen Zuschuss zurückgreifen und die übrigen Kosten über eine Bank Ihrer Wahl finanzieren. Bisher war es so, dass Zuschüsse des BAFA im Neubau mit KfW-Krediten kombiniert werden konnten - diese Möglichkeit entfällt ab 01.01.2021. Allerdings steigt ab 01.07.2021 der Fördersatz für besonders energieeffiziente (EE) und oder nachhaltige Gebäude (NH).

Wärmepumpen-Förderung im Neubau

Szenario

Wärmepumpe (inkl. Einbau)

Förderung

KfW-Effizienzhaus 55 mit Wärmepumpe kostet ca. 450.000 €

Sole-Wasser-Wärmepumpe kostet anteilig ca. 20.000 €

KfW 153, Kredit bis maximal 120.000 €, Tilgungszuschuss von 15 % der Kreditsumme: 18.000 €*

KfW-Effizienzhaus 55 (EE und / oder NH**) mit Wärmepumpe kostet ca. 470.000 €

Sole-Wasser-Wärmepumpe kostet anteilig ca. 20.000 €

BEG WG, Kredit bis maximal 150.000 €, Tilgungszuschuss von 17,5 % der Kreditsumme: 26.250 €***

*bis 01.07.2021; ** Energieeffizienz und/ oder Nachhaltigkeit; ***ab 01.07.2021

Wärmepumpe für Sanierungen

Möchten Sie eine NIBE Wärmepumpe im Altbau einsetzen, dann haben Sie mehrere Optionen zur Auswahl. Als Einzelmaßnahme (EM) bekommt eine neue Wärmepumpe (z. B. die Erd-Wärmepumpe NIBE S1155 oder die Luft-Wasser-Wärmepumpe NIBE F2120) eine einmalige Zuschuss-Förderung in Höhe von mindestens 35 % Prozent der Investitionskosten vom BAFA. Wird der Einbau mit anderen Maßnahmen kombiniert, um einen KfW-Effizienzhaus-Standard zu erreichen, dann stehen Ihnen ein Kredit oder ein Zuschuss der KfW zu - selbstverständlich zu besseren Konditionen als bei einer Einzelmaßnahme. Letztlich können Sie auch die übrigen Maßnahmen, wie den Einbau von Dämmungen und neuen Fenstern, im Rahmen der KfW-Vollsanierung fördern lassen und für die Wärmepumpe anteilig den Zuschuss des BAFA erhalten. Hier wird Ihnen ein Energieberater im Detail aufzeigen können, welche Lösung sich am ehesten lohnt.

Wärmepumpen-Förderung im Altbau

Szenario

Wärmepumpe
(inkl. Einbau)

Förderung

Modernisierung der Heizung als Einzelmaßnahme (EM)

Luft-Wasser-Wärmepumpe für 30.000 €

BAFA: 35 % der Investitionskosten: 10.500 €;
45 % bei Austausch einer Ölheizung: 13.500 €

Bild: Förderung 2021 auch für Smart Home

2021 gibt es neue Förderungen für Smart-Home-Lösungen

Weitere Änderungen im Überblick

Hier finden Sie weitere Aspekte rund um die Sanierungs-Förderung, die sich ab 2021 ändern sollen. Neben dem Wegfall der Baubegleitung der KfW und der Einführung erhöhter Fördersätze für besonders energieeffiziente Heizungs- und Klimatechnik und / oder besonders nachhaltige Neubauten sowie der iSFP-Bonusförderung von 5 Prozent ist hier vor allem die BAFA-Förderung von Smart-Home-Lösungen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung hervorzuheben.

Bislang konnte man für Smart-Home-Lösungen lediglich im Rahmen der Förderung zur altersgerechten Sanierung von der KfW Förderung erhalten. Außerdem geht die Förderung von Lüftungsanlagen an das BAFA über. Gefördert werden allerdings ausschließlich Lüftungen mit Wärmerückgewinnung und auch nur in Bestandsbauten.

Übersicht über die Änderungen ab 2021

Förderung

Änderung ab 2021

Baubegleitung für Wohngebäude

Bisherige KfW-Förderung 431 entfällt, Zuständigkeit geht ans BAFA über, Beträge werden ggf. erhöht (von 50 % / max. 4.000 € pro Vorhaben auf dieselben Werte pro Wohneinheit)

Effizienzhaus-Standard

Neu: Effizienzhaus-40-Standard bei Sanierungen (bisher nur bei Neubauten), bisherige KfW-Effizienzhaus-Standards 115 und 85 entfallen

Erneuerbare Energien

Neu: Einführung von EE-Klassen für Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien, Anhebung der förderfähigen Kosten von max. 120.000 auf max. 150.000 € pro Wohneinheit. Außerdem Einführung von verschiedenen „Effizienzhaus EE“-Boni bzw. Nachhaltigkeits-Boni (NH, nur Neubau)

Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)

Neu: Ist die Maßnahme zur energetischen Sanierung, für die Förderung beantragt wird, im iSFP berücksichtigt, erhöht das BAFA den Fördersatz um 5 Prozentpunkte („iSFP-Bonus“)

Lüftungsanlagen

Förderung für Lüftungsanlagen als Einzelmaßnahme geht ans BAFA über; nur für Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung in Bestandsbauten

Smart Home

Neu: Smart-Home-Komponenten können künftig als Einzelmaßnahme vom BAFA gefördert werden („Efficiency Smart Home“)

Fazit zu den Förderungen ab 2021

Für uns bei NIBE sind die neuen Förderungen für Sanierungen ab 2021 grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung. Ob für Eigenheimbesitzer damit im Einzelnen wirklich vieles leichter wird, muss sich noch zeigen. Wenn es in absehbarer Zeit nur noch eine Anlaufstelle für alle Themen rund um Förderungen geben sollte, dann wäre ein echter Meilenstein erreicht - die Neuerungen ab 2021 sind sicher ein Baustein einer solchen Lösung.

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