Die CO2-Steuer für Heizungen kommt ab 2021

das müssen Sie wissen

Bild: CO2-Steuer Überblick

Hier finden Sie die wichtigsten Infos zur CO2-Steuer im Überblick

Mittlerweile ist die CO2-Steuer (eigentlich CO2-Preis) eine beschlossene Sache. Ab 2021 wird somit das Heizen mit Öl und Gas teurer. Wir zeigen, wie viel Sie zusätzlich bezahlen müssen und warum sich der Umstieg auf eine Wärmepumpe oder andere erneuerbare Energien gerade jetzt lohnen kann!

Vorgeschichte und aktuelle Lage zur CO2-Steuer

Lange war sich die Politik uneins darüber, wie der Ausstoß von Treibhausgasen möglichst effektiv und flächendeckend gesenkt werden kann. Nachdem andere Länder bereits seit Jahren Hausbesitzer an den Folgekosten der Nutzung fossiler Brennstoffe beteiligen, schließt sich nun auch Deutschland an und unterstützt damit den Klimaschutz.

Nach heutigem Stand (07.12.2020) wird ab 1. Januar 2021 ein sogenannter CO2-Preis unter anderem auch für die Brennstoffe von Ölheizungen und Gasheizungen zu entrichten sein. Die genaue Höhe für alle kommenden Jahre ist aktuell noch nicht bekannt, wird aber zum Start bei 25 Euro pro Tonne CO2 liegen und in den nächsten Jahren sukzessiv steigen.

Das Heizen mit Öl und Gas wird dadurch merklich teurer als zuvor. Gleichzeitig sollen die Stromkosten sinken, um durch die CO2-Abgaben keine zusätzliche Belastung für einzelne Haushalte zu schaffen. Inwieweit das tatsächlich funktioniert, muss sich noch zeigen.

Bild: CO2 Steuer Abgabe Kosten steigen

Durch die CO2-Abgabe steigen die Kosten für Gas und Öl

Keine echte Steuer - Kosten steigen trotzdem

Tatsächlich handelt es sich beim CO2-Preis nicht um eine Steuer im herkömmlichen Sinne, auch wenn das Ergebnis das gleiche ist. Die rechtliche Grundlage findet sich im Gesetz über einen nationalen Zertifikatehandel für Brennstoffemissionen (Brennstoffemissionshandelsgesetz - BEHG), das folgendes Verfahren vorschreibt:

Energielieferanten müssen sogenannte Kohlendioxid-Zertifikate für die jeweilige Menge an Brennstoff kaufen, die sie wiederum an Endkunden verkaufen möchten. Diese Kosten werden nach gängigen Marktprinzipien an die Konsumenten weitergegeben, sodass der Preis für Heizöl und Erdgas ab 2021 faktisch steigen wird.

Steigerung der CO2-Abgabe ab 2021

Jahr

CO2-Preis

2021

25 € pro Tonne (steht fest)

2022

30 € pro Tonne (voraussichtlich)

2023

40 € pro Tonne (voraussichtlich)

2024

50 € pro Tonne (voraussichtlich)

2025

55 € pro Tonne (steht fest)

2026

55 - 65 € pro Tonne (steht fest)

Welche Heizungen sind betroffen?

Zwar haben alle Heizungen in der Gesamtbetrachtung eine CO2-Bilanz, aber nur Ölheizungen und Gasheizungen werden diesbezüglich besteuert. Der CO2-Preis ist in diesem Fall auch ein politisches Instrument, um ein bewussteres Heizen oder gar den Umstieg auf erneuerbare Energien zu fördern.

Wärmepumpen nutzen Strom. Dieser wird idealerweise bereits vollständig regenerativ erzeugt. Sofern noch nicht-erneuerbare Anteile im Strommix enthalten sind, unterliegen diese ebenfalls einer CO2-Abgabe. Diese wird jedoch seit jeher bereits bei der Erzeugung im Kraftwerk entrichtet. Durch die neue Abgabe ändert sich daran nichts. Die Abgabe berücksichtigt folgerichtig zukünftig die Kosten, die bei der direkten Verbrennung fossiler Rohstoffe in Gebäudeheizungen entstehen. Diese waren bislang von dieser Abgabe ausgenommen.

Bei der Ölheizung müssen Sie ab 2021 mit zusätzlichen Kosten von 0,7 Cent pro Kilowattstunde und bei einer Gasheizung mit zusätzlich 0,5 Cent pro Kilowattstunde rechnen. Je nach Wärmebedarf sind Sie von dieser Preissteigerung mehr oder weniger stark betroffen.

Mehrkosten 2021 im Vergleich

Heizung

CO2-Preis 2021
(inkl. MwSt.)

Mehrkosten bei 12.000 kWh Wärmebedarf

Ölheizung

0,7 Cent pro kWh

84 € pro Jahr

Gasheizung

0,5 Cent pro kWh

60 € pro Jahr

Bild: CO2-Steuer - Umstieg auf Wärmepumpe lohnt

Der Umstieg auf erneuerbare Energien erspart Ihnen die CO2-Steuer

Investition in erneuerbare Energien lohnt sich

Aktuell lohnt es sich mehr denn je, eine alte Heizung zu ersetzen. Entscheidet man sich für ein System mit erneuerbaren Energien, dann gibt es zum einen beim Kauf schon viele Zuschüsse des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und auch bei den Heizkosten sparen Sie sich die CO2-Steuer. Bei einer Wärmepumpe fallen sogar noch die Kosten für den Schornsteinfeger weg!

Erneuerbare Energien in der Übersicht

Heizungen ohne CO2-Abgaben

Vorteile

Nachteile

Förderung beim Kauf

Wärmepumpe, Luft-Wasser

Geringe Anschaffungskosten

Weniger effizient als andere Wärmepumpen

BAFA: Immer mindestens 35 % der Investitionskosten

Wärmepumpe, Sole-Wasser

Gutes Verhältnis zwischen Kosten & Effizienz

Weniger effizient als Wasser-Wasser Wärmepumpe

BAFA: Immer mindestens 35 % der Investitionskosten

Wärmepumpe, Wasser-Wasser

Sehr geringe Heizkosten

Teure Anschaffung, lässt sich nicht überall realisieren

BAFA: Immer mindestens 35 % der Investitionskosten

Pelletheizung

Einfacher Umgang mit dem Brennstoff Holz

Teure Anschaffung & hoher Platzbedarf, weniger wirtschaftlich als andere Holzheizungen

BAFA: Immer mindestens 35 % der Investitionskosten

Hackschnitzelheizung

Extrem geringe Heizkosten

Teure Anschaffung, noch mehr Platzbedarf als Pelletheizung

BAFA: Immer mindestens 35 % der Investitionskosten

Holzvergaser

Günstige Anschaffung & Heizkosten

Muss händisch bestückt werden

BAFA: Immer mindestens 35 % der Investitionskosten

Solarthermie

Senkt Heizkosten durch Sonnenwärme

Keine vollwertige Heizung

BAFA: 30 % der Investitionskosten

Bild: CO2-Steuer Mietwohnung Steitfälle

CO2-Abgabe: Kommt eine Sonderregelung für Mietwohnungen?

Aktuelle Streitfälle

Zwar werden sich die wenigsten über steigende Heizkosten freuen, aber einige Parteien haben besondere Bedenken angemeldet. Für Unternehmen und Bewohner von Mietwohnungen oder ähnlichen Immobilien entstehen durch die erhöhten Abgaben besondere Situationen, die in Zukunft eventuell zu Ausnahmeregelungen führen könnten.

CO2-Steuer für Mietwohnungen

Die CO2-Abgaben sollen wie erwähnt dazu animieren, entweder umweltschonender zu heizen oder gleich auf erneuerbare Energien umzusteigen. Letzteres ist allerdings nur möglich, wenn einem die Immobilie auch gehört. Wer zur Miete wohnt, kann lediglich das Heizverhalten optimieren. Sollten dabei schon alle Möglichkeiten ausgereizt sein, dann steigen die Nebenkosten für die Mietwohnung unweigerlich - nicht gerade förderlich für einen ohnehin schon angespannten Wohnungsmarkt. Man darf also gespannt sein, ob es für Mietwohnungen noch Sonderregelungen bei der CO2-Steuer geben wird.

CO2-Steuer für Unternehmen

Auch viele Unternehmen sind mit den CO2-Abgaben nicht einverstanden. Sie sehen darin einen Wettbewerbsnachteil und es sind auch schon Drohungen laut geworden, man würde in andere Länder ohne CO2-Steuer abwandern. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Debatte entwickeln wird.

Das NIBE Fazit zur CO2-Steuer

Bei NIBE dreht sich alles um erneuerbare Energien, daher begrüßen wir natürlich alle Anreize für die Investition in solche Technologien.

Wir glauben, dass die CO2-Abgabe ähnlich wie bereits in anderen Ländern, wie z. B. in Schweden oder in der Schweiz, zu umweltfreundlicherem Verhalten führt. Der Preis für eine Tonne CO2 liegt in Schweden aktuell bei 115 Euro.

Die entstehenden Kosten für den Verbraucher decken dabei nur einen Bruchteil der tatsächlich entstehenden Kosten ab. Die Abgabe wird sich zukünftig erhöhen. Es lohnt sich damit gleich mehrfach, in erneuerbare Energien zu investieren.

Das sollte uns die Sache wert sein und wird sich langfristig auch auszahlen.

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