Wärmepumpe im Altbau nutzen

VORTEILE UND NACHTEILE

Bild: NIBE Wärmepumpe Altbau Sanierung

Eine Wärmepumpe lohnt sich häufig auch in der Altbau-Sanierung

Eine Wärmepumpe kann in vielen Fällen auch in der Altbau-Sanierung mit ihrer Wirtschaftlichkeit überzeugen. Wir klären auf dieser Seite, was Sie beachten müssen, wenn Sie Ihren Altbau erstmals mit einer Wärmepumpe ausstatten oder eine alte Wärmepumpe austauschen möchten.

Dazu befassen wir uns unter anderem mit den technischen Voraussetzungen, möglichen Bauarten, Wärmequellen und Wärmeverteilsystemen, aber natürlich auch mit Vorteilen, Nachteilen, Kosten, Förderung und der Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen in der Altbau-Modernisierung.

Grundsätzliche Überlegungen zum Altbau

Beim Begriff „Altbau“ denken die meisten Menschen vermutlich zunächst einmal an alte Bauernhäuser, Gebäude aus der Gründerzeit oder auch die klassische Altbau-Wohnung. „Altbau“ ist jedoch kein allgemeinverbindlicher Begriff und wir legen hier den Fokus auch nicht auf den Altbau als Baustil. Vielmehr interessiert uns die Wärmepumpe im Gebäudebestand, im Gegensatz zum Neubau. Wir gehen also von einem Haus aus, das mindestens rund 20 bis 30 Jahre alt ist und bei dem der Lebenszyklus der Heizung seinem Ende entgegen geht.

Um die Frage zu beantworten, ob als neue Heizung für Ihren Altbau eine Wärmepumpe infrage kommt, müssen Sie neben dem Budget einige weitere Faktoren betrachten: Der Sanierungsstand des Hauses spielt hier ebenso eine Rolle wie das vorhandene Wärmeverteilsystem. Und auch die bestehende Heizung darf nicht außer Acht gelassen werden, denn ein Wechsel der Technologie ist tendenziell mit höheren Kosten verbunden. Dennoch lässt sich häufig auch bei kleinerem Geldbeutel eine sinnvolle nachhaltige Lösung finden - erst recht, da der Umstieg auf erneuerbare Energien vom Staat großzügig gefördert wird.

Häufig ist es bei älteren Heizungen ohnehin sinnvoll, die Heizungsanlage einem gründlichen Zukunftscheck zu unterziehen. Eine zusätzliche Dämmung nicht isolierter Rohrabschnitte spart Energie, eine Überprüfung des Heizungswassers erlaubt Rückschlüsse auf den Zustand der gesamten Anlage. Diese Prüfung und daraus resultierende Wartungs- oder Reparaturarbeiten sind unabhängig vom Einsatz einer Wärmepumpe sinnvoll.

Wichtiges zum Thema Altbau

Begriff

Erläuterung

Wichtige Anmerkung

Altbau

Bezogen auf den Baustil: Gebäude bis Baujahr 1949. Charakteristisch: z. B. Fachwerkhäuser, Gründerzeit.

Grundsätzlich keine verbindliche Begriffsdefinition; hier im Sinne von „Bestandsgebäude" im Gegensatz zum Neubau verwendet.

Modernisierung / Sanierung

Verschiedenste Maßnahmen, die der energetischen und/oder optischen Verbesserung eines Gebäudes dienen; z. B. Dämmung, Erneuerung des Daches, der Fenster oder der Heizung.

Die energetische Sanierung sollte immer im Vordergrund stehen. Wer bei einem Altbau nur in die Optik investiert, muss sich auf hohe finanzielle Verluste einstellen!

Erneuerbare Energien

Energie aus regenerativen Quellen, wie etwa Solarenergie, Geothermie, Umweltenergie
(z. B. Energie aus der Umgebungsluft), Windkraft, Wasserkraft oder Biomasse.

Der Klimaschutz und die Endlichkeit fossiler Brennstoffe sind nur zwei von vielen guten Gründen für den Umstieg auf erneuerbare Energien. Im Neubau ist ihr Einsatz bereits bundesweit vorgeschrieben, in Baden-Württemberg auch im Altbau. Bundesweit ist er zudem die Grundvoraussetzung für Förderung.

Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe funktioniert im Wesentlichen wie ein „umgekehrter Kühlschrank“. Sie entzieht der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser einen Teil der gespeicherten Wärmeenergie und macht diese für uns nutzbar.

Luft-Wasser-Wärmepumpen sind besonders einfach und kostengünstig nachrüstbar. Trotzdem eignen sich häufig auch die anderen - effizienteren - Bauarten für den Einsatz in der Altbau-Modernisierung.

Sanierungsstand

Hier spielen z. B. Wärmedämmung, Fenster und Türen eine Rolle. Je besser der Sanierungsstand, desto geringer der Wärmebedarf und desto effizienter die Wärmepumpe.

Wenn Sie eine Komplettsanierung planen, beachten Sie die Sanierungskette: Dämmen Sie erst das Gebäude, um den Wärmebedarf zu verringern, und tauschen hinterher die Heizung aus, um eine zu große Dimensionierung der Heizung zu vermeiden (oder setzen Sie leistungsvariable Heizungen ein, die auch bei wechselnden Anforderungen effizient arbeiten).

Wärmeverteilsystem

Transportiert die Wärme von der Heizung in die einzelnen Räume. In Deutschland verwendet man in der Regel Heizkörper oder ein Flächenheizsystem (Wand-, Decken- oder Fußbodenheizung).

Erlaubt das Wärmeverteilsystem eine Vorlauftemperatur von 50 °C oder weniger, können Sie eine Wärmepumpe effizient betreiben. Generell gilt: Je größer die Fläche, desto effizienter kann die Wärmepumpe arbeiten. Mit einer Fußbodenheizung kann immer auch eine Wärmepumpe eingesetzt werden, die Anwendung ist jedoch keineswegs darauf beschränkt.

Bild: NIBE Wärmepumpe Altbau Sanierung Voraussetzungen

Der Altbau muss gewisse technische Voraussetzungen erfüllen

Technische Voraussetzungen für Wärmepumpen

Grundsätzlich lassen sich in den meisten Häusern die technischen Voraussetzungen schaffen, um eine Wärmepumpe sinnvoll einsetzen zu können. Je nach Zustand des Gebäudes können allerdings teils begleitende Sanierungsarbeiten sinnvoll sein, denn am effizientesten kann eine Wärmepumpe bei einem geringen Wärmebedarf betrieben werden, der eine niedrige Vorlauftemperatur (unter 50 °C) erlaubt. Die Vorlauftemperatur gibt die maximale Temperatur der Heizung an den kältesten Wintertagen an. Der tatsächliche Wert liegt im Normalbetrieb deutlich unterhalb dieser Maximaltemperatur. Die sogenannte Heizkurve gibt vor, welche Vorlauftemperatur bei welcher Außentemperatur für das Gebäude sinnvoll ist.

Dämmung und allgemeiner Sanierungsstand

Um einen geringen Wärmebedarf zu erreichen, ist es wichtig, Wärmeverluste auf ein Minimum zu reduzieren. Hierzu ist natürlich eine gute Wärmedämmung vonnöten, wobei neben der Fassade auch das Dach berücksichtigt werden muss. Bei begrenztem Budget ist insbesondere die Dämmung der obersten Geschossdecke, also des Dachbodens, ein guter Weg, um mit vergleichsweise wenig Aufwand viel zu erreichen - allerdings nur, wenn der Dachboden nicht bewohnt werden soll.

Weitere Faktoren, die dazu beitragen, Wärmeverluste zu minimieren, sind moderne Türen und Fenster. Diese sind weitgehend luftdicht und isolieren gut, sodass die Wärme im Haus bleibt. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie ausreichend lüften, um Schimmelbildung vorzubeugen. Im Idealfall entscheiden Sie sich direkt für eine Lüftungsanlage - so bleibt die Wärme im Haus und Sie haben trotzdem immer frische Luft.

Heizkörper und Wärmeverteilsystem

Ein weiterer Punkt, den Sie nicht vernachlässigen sollten, ist das passende Wärmeverteilsystem für Ihre Wärmepumpe in der Altbau-Modernisierung. Wie bereits erwähnt, arbeitet eine Wärmepumpe am effizientesten bei einer niedrigen Vorlauftemperatur. Hierfür muss sie ihre Wärme über einen möglichst großflächigen Verteiler abgeben, im Idealfall also eine Flächenheizung. Neben der populären Fußbodenheizung sind hierbei auch Wand- und Deckenheizungen möglich; ebenso lassen sich mehrere Varianten kombinieren. Häufig findet sich bei moderneren Wohnhäusern im Erdgeschoss bereits eine Fußbodenheizung, während die ohnehin niedriger temperierten Schlafräume im Obergeschoss mit Heizkörpern ausgestattet sind.

Alternativ können Wärmepumpen auch mit großflächigen Heizkörpern betrieben werden. Zwar ist diese Kombination nicht ganz so effizient, doch sind viele ältere Häuser ohnehin mit überdimensionierten Heizkörpern ausgestattet - und der Einbau einer Flächenheizung im Altbau ungleich teurer als im Neubau. Ehe Sie also im ganzen Haus den Fußboden herausreißen, um das Gebäude auf eine Fußbodenheizung umzurüsten, sollten Sie erst einmal prüfen, ob Ihre alten Heizkörper für den Betrieb in Kombination mit einer Wärmepumpe geeignet sind. Ein erfahrener Installateur kann dies aufgrund der Bauart des Heizkörpers schnell feststellen und bei Bedarf auch optisch interessante Alternativen vorschlagen.

Die passende Wärmequelle

Auch in der Modernisierung können Sie für eine Wärmepumpe prinzipiell die üblichen Wärmequellen nutzen: Luft, Erdboden oder Grundwasser. Soll die Nachrüstung unkompliziert und kostengünstig vonstatten gehen, werden Sie im Regelfall zu einer Luft-Wasser-Wärmepumpe greifen, da die Luft als Wärmequelle nicht erst aufwendig erschlossen werden muss. Anders sieht es natürlich aus, wenn es sich bei Ihrer alten Heizung bereits um eine Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe handelt: Hier können Sie die Wärmequelle in der Regel problemlos weiter nutzen und müssen nur die Wärmepumpe selbst ersetzen. Da moderne Wärmepumpen effizienter sind, empfiehlt sich neben einer Überprüfung der Wärmequelle insbesondere der Einsatz einer leistungsgeregelten Wärmepumpe.

Wenn Sie ein höheres Budget für die Modernisierung haben und in eine besonders effiziente Wärmepumpe investieren möchten, spricht prinzipiell auch nichts gegen die Entscheidung für Geothermie oder Wärme aus Grundwasser. Allerdings ist die Erschließung dieser Wärmequellen im Altbau generell aufwendiger und damit teurer als im Neubau. Langfristig betrachtet gleichen die geringeren laufenden Kosten dieser Varianten die höheren Anschaffungskosten aber weitgehend aus. Zudem ist gerade die Kombination aus Erdwärmepumpe und Ringgrabenkollektor bereits relativ preisgünstig zu haben, da hier die Wärmequelle weitgehend in Eigenleistung erschlossen werden kann.

Wärmequellen im Vergleich

Wärmequelle

Vorteile

Nachteile

Luft

Keine aufwendige Erschließung, dadurch kostengünstig zu installieren; weitgehend unabhängig vom Grundstück überall einsetzbar.

Weniger stabile Temperatur als andere Wärmequellen, dadurch weniger effizient.

Erde

Effizienter als Luft, dabei weniger aufwendig in der Erschließung als Grundwasser; verschiedene Varianten möglich, daher kann für viele Grundstücke eine passende Lösung gefunden werden.

Aufwendige Erdarbeiten können bestehenden Garten in Mitleidenschaft ziehen.

Wasser

Effizienteste der gängigen Wärmequellen, kann auch erhöhten Wärmebedarf decken.

Besonders kostenintensiv durch Brunnenbohrung; nicht für jeden Ort bzw. jedes Grundstück geeignet.

Bild: Wärmepumpe Altbau Sanierung Kosten

Auch im Altbau senkt eine smarte Heizungssteuerung die Kosten

Mit diesen Kosten sollten Sie rechnen

Die Kosten für eine Wärmepumpe in der Altbau-Modernisierung - wie für jede Heizung - setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen: Grundsätzlich müssen Sie die Wärmepumpe selbst, notwendiges Zubehör, die Montage und ggf. die Erschließung der Wärmequelle (entfällt bei Luft-Wärmepumpen) einkalkulieren. Im Altbau können dabei Mehrkosten entstehen, da manche Arbeiten im Gebäudebestand mit mehr Aufwand verbunden sind. Für eventuell notwendige Erdarbeiten müssen höhere Kosten veranschlagt werden, da - anders als im Neubau - beispielsweise nicht bereits ein Bagger vor Ort ist.

Weitere Mehrkosten können im Bestandsbau durch Arbeiten entstehen, die unabhängig von der neuen Heizung ohnehin anfallen würden. Hierzu gehören Faktoren wie das Spülen des Heizsystems, die Erneuerung von Verteilern und Umwälzpumpen, der Austausch von Thermostatventilen, die Nachisolierung von Rohrleitungen oder die Erneuerung der Elektroverteilung. Auch ein partieller oder kompletter Austausch alter Heizkörper kann nötig werden und zu den Gesamtkosten beitragen. Alles in allem sollten Sie sich bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus in der Modernisierung auf Kosten von rund 15.000 bis 30.000 Euro einstellen, je nach Bauart und Leistung der Wärmepumpe.

Wärmepumpen im Altbau: Kosten im Vergleich

Bauart

Kosten für Wärmepumpe inklusive nötigem Zubehör

Kosten für die Erschließung der Wärmequelle

Gesamtkosten (inkl. Montage, ohne Förderung)

Luft-Wasser-Wärmepumpe

10.000 - 20.000 €

entfällt

10.000 - 20.000 €

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdsonde)

10.000 - 15.000 €

10.000 - 20.000 €

20.000 - 35.000 €

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Ringgrabenkollektor)

10.000 - 15.000 €

8.000 - 12.000 €

18.000 - 27.000 €

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

10.000 - 15.000 €

10.000 - 20.000 €

20.000 - 35.000 €

Abluft-Wärmepumpe

10.000 - 15.000 €

entfällt

10.000 - 15.000 €

 

Alte Heizung durch Wärmepumpe ersetzen

Neben jenen Komponenten, die grundsätzlich die Kosten einer neuen Wärmepumpe beeinflussen (Gerät, Installation, ggf. Wärmequelle etc.), spielt beim Heizungstausch außerdem die Art der alten Heizung eine Rolle. So ist der Austausch einer alten Ölheizung tendenziell mit höheren Kosten verbunden als der einer Gasheizung, da hier auch die bestehenden Öltanks entsorgt werden müssen. Der Raumgewinn durch die fehlenden Tanks ist natürlich entsprechend größer.

Bestehende Wärmepumpe erneuern

Geringer sind die Kosten, wenn Sie eine bestehende Wärmepumpe durch ein neueres Modell ersetzen, denn hier fangen Sie natürlich nicht bei null an: In der Regel kann das alte Heizsystem weiter verwendet werden, denn es ist bereits passend zum Betrieb mit einer Wärmepumpe dimensioniert und deutlich langlebiger als die Wärmepumpe selbst. Gleiches gilt normalerweise auch für die Wärmequelle, insbesondere wenn Sie sich für die Nutzung von Erdwärme entschieden haben. Erdwärmekollektoren und insbesondere Erdsonden gelten als äußerst langlebig. So wird für Sonden eine realistische Lebensdauer von rund 100 Jahren prognostiziert - eine echte Investition in die Zukunft also.

Förderung: KfW oder BAFA?

Deutschlandweit gibt es zwei Anlaufstellen, wenn Sie sich um Förderung für eine neue Heizung bemühen: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt Komplettsanierungen mit Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hingegen hat sich auf die Förderung von Einzelmaßnahmen zum Umstieg auf erneuerbare Energien spezialisiert, wozu auch der Einbau einer Wärmepumpe zählt. Seit 2020 bekommen Sie hier für den Einbau einer Wärmepumpe 35 Prozent der Anschaffungskosten erstattet. Wenn Sie im Rahmen der Sanierung eine alte Ölheizung ersetzen, erhöht sich dieser Zuschuss sogar auf 45 Prozent. Nähere Informationen zu den verschiedenen Fördermöglichkeiten finden Sie in der nachfolgenden Tabelle.

Förderung für Wärmepumpen im Vergleich

Förderprogramm

Was wird gefördert?

Welche Förderung steht zur Verfügung?

BAFA: Heizen mit erneuerbaren Energien

Einbau einer Wärmepumpe im Altbau inkl. nötiger Umfeldmaßnahmen (z. B. Fußbodenheizung)

35 % der Anschaffungskosten

BAFA: Heizen mit erneuerbaren Energien - Austauschbonus Ölheizung

Austausch einer alten Ölheizung durch eine Wärmepumpe inkl. nötiger Umfeldmaßnahmen (z. B. Fußbodenheizung)

45 % der Anschaffungskosten

KfW: Kredit 151

Komplettsanierung zum Effizienzhaus

Darlehen bis zu 120.000 €, Tilgungszuschuss bis zu 40 %, also max. 48.000 € Zuschuss

KfW: Ergänzungskredit 167

Umstellung der Heizung auf erneuerbare Energien

Darlehen bis zu 50.000 €, kein Zuschuss

KfW: Investitionzuschuss 430

Komplettsanierung zum Effizienzhaus

Zuschuss bis zu 40 % der Sanierungskosten von max. 120.000 €, also max. 48.000 €

KfW: Zuschuss 431

Baubegleitung (Energieberater) - nur kombiniert mit anderem KfW-Förderprodukt

Zuschuss über 50 % der Kosten (max. 4.000 €)

Welche Förderung für Ihr Projekt die richtige ist, hängt davon ab, ob Sie einen Zuschuss wünschen oder die neue Heizung über einen Kredit finanzieren möchten. Weitere Informationen zur Wärmepumpen-Förderung finden Sie hier; wenn Sie darüber hinaus Hilfe benötigen, setzen Sie sich gern mit uns in Verbindung. Alternativ kann Ihnen auch ein Energieberater weiterhelfen, den Sie übrigens generell hinzuziehen müssen, wenn Sie eine KfW-Förderung beantragen möchten. Außerdem wichtig: Jegliche Fördermittel müssen vor Umsetzung des Projekts beantragt werden - eine nachträgliche Förderung ist generell nicht möglich!

Steuern sparen beim Heizungstausch

Im Rahmen der Neuerungen in der Förderung seit 2020 sind auch die möglichen Steuerersparnisse stark gestiegen: 20 Prozent der maximal förderfähigen Sanierungskosten von 200.000 Euro, also insgesamt 40.000 Euro, können nun über 3 Jahre von der Steuer abgeschrieben werden. Grundvoraussetzung ist hierbei, dass es sich um ein selbst bewohntes, mindestens 10 Jahre altes Ein- oder Zweifamilienhaus handelt. Mit der Förderung von KfW oder BAFA ist die Steuererstattung nicht kombinierbar, dafür ermöglicht sie aber eine nachträgliche Förderung.

Bild: NIBE Wärmepumpe Altbau Sanierung Förderung

Hohe Wärmepumpen-Förderung in der Altbau-Sanierung

Vergleich: Wirtschaftlichkeit von Heizungen im Altbau

Wärmepumpen sind in der Anschaffung dank der hohen Förderung höchstens geringfügig teurer als Brennwertkessel für Gas oder Öl. Da sie deutlich effizienter arbeiten und in der Wartung viel günstiger sind, verursachen Wärmepumpen zudem deutlich geringere laufende Kosten. So kommt etwa eine Ölheizung in unserem Rechenbeispiel im Jahr auf Betriebskosten von über 2.000 Euro, während eine Sole-Wasser-Wärmepumpe bei unter 1.500 Euro liegt.

Wenn Sie Ihre Wärmepumpe mit Strom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage betreiben, können Sie diese Kosten sogar noch einmal um rund 10 bis 15 Prozent senken. Grundsätzlich ist für die Zukunft damit zu rechnen, dass die Preise für fossile Brennstoffe weiter steigen werden, während der Strompreis eher fallen dürfte. Dies gilt umso mehr im Lichte der geplanten CO2-Bepreisung. So wird es wirtschaftlich immer lohnender, in die Zukunft zu investieren und auf erneuerbare Energien umzusteigen.

Wann auf eine Wärmepumpe verzichten?

Wie bereits erwähnt, ist der Einsatz einer Wärmepumpe in den meisten Bestandsgebäuden durchaus möglich. Ob das auch in Ihrem Haus der Fall ist, können Sie leicht selbst überprüfen: Sie müssen lediglich an einem Tag mit wirklich geringen Außentemperaturen Ihre Heizung auf eine Vorlauftemperatur von 50 °C einstellen. Drehen Sie nun die Thermostate der Heizkörper auf. Im Haus wird es gemütlich warm? Herzlichen Glückwunsch, Energiestandard und Heizflächen Ihres Hauses sind hinreichend für den Betrieb einer Wärmepumpe.

Sollte der Test fehlgeschlagen sein, muss das noch nichts heißen. Lassen Sie einen erfahrenen Heizungsbauer oder Planer eine Heizlastberechnung erstellen. Oft sind schon überschaubare Maßnahmen wie der Austausch einzelner Heizkörper oder die Dämmung der Kellerdecke ausreichend. Nur wenn Ihr Haus einen allzu hohen Wärmebedarf hat und die nötigen Dämm- bzw. Sanierungsmaßnahmen das Budget sprengen würden, sollten Sie sich nach einer Alternative umsehen und beispielsweise zu einer Holzheizung greifen oder in seltenen Fällen die Wärmepumpe als Hauptheizung mit einem fossilen Wärmeerzeuger kombinieren.

Intelligente Wärmepumpenregler schalten die fossile Heizung nur dann zu, wenn es absolut notwendig zur Deckung von Spitzenlasten ist. Übrigens spricht noch ein Faktor stark dafür, auch in der Sanierung wann immer möglich auf eine Wärmepumpe zu setzen: Eine effiziente Heizung sichert den Wert der Immobilie. Dass Wärmepumpen die effizientesten Heizungen am Markt sind, spiegelt sich in Form der guten Effizienzkennwerte im Gebäudeenergieausweis wider. Dieser ist vorgeschrieben, wenn Sie Ihre Immobilie vermieten oder verkaufen möchten - und je besser der Energieausweis, desto höher der Wiederverkaufswert Ihres Altbaus.

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