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FAQ S-Serie

RMU S40 Raumeinheit - Nutzung und Funktion

Wie kann die RMU S40 die Heizung effizient regeln?

Die RMU S40 ist nicht nur eine Anzeige- und Bedieneinheit für Ihre Wärmepumpe. Mit der RMU S40 können Sie auch die Heizungsregelung für Ihr Haus besonders effizient beeinflussen. Grundlage für die Regelung ist ein integrierter Temperaturfühler, der die Temperatur am Montageort der RMUS40 erfasst.

Wo wird die RMU S40 installiert?

Die RMUS40 wird dafür in einem Raum installiert der als Referenzraum für die Beheizung des Hauses dient. Ein optimaler Aufstellort findet sich häufig im Wohn- Essbereich eines Hauses. Installiert wird im Sichtbereich auf Höhe der Lichtschalter, außerhalb direkter Sonneneinstrahlung oder anderer bekannter Wärme- oder Kältequellen. Wenig geeignet sind Räume wie Kellerräume, Kinderzimmer, Schlafzimmer, Flure oder Badezimmer.

Wie funktioniert die Regelung?

Wie jede Heizungsregelung arbeitet auch Ihre NIBE Wärmepumpe nach einer sogenannten Heizkurve. Sie bestimmt die Vorlauftemperatur des in die Heizung fließenden Wassers in Abhängigkeit von der Außentemperatur. Die Außentemperatur wird durch einen NIBE-Temperaturfühler gemessen, der im Außenbereich (häufig auf der Nordseite des Hauses) angebracht wird. Wenn es draußen im Winter sehr kalt ist, dann arbeitet die Heizung mit einer hohen Vorlauftemperatur. Wenn es draußen- z.B. im Herbst, mäßig kalt ist, dann arbeitet die Heizung mit einer geringeren Vorlauftemperatur.

  • In einem Neubau mit Fußbodenheizung liegt die maximal eingestellte Vorlauftemperatur für den Winter häufig bei 35°C. In Übergangszeiten im Frühjahr und Herbst auch darunter.
  • In einem Bestandsgebäude mit Heizkörpern liegt die maximal eingestellte Vorlauftemperatur bei bis zu 55°C. In Übergangszeiten im Frühjahr und Herbst auch darunter.

Die Heizkurve wird von Ihrem Installateur bei der Inbetriebnahme für Ihr Haus auf Basis von Erfahrungswerten vorausgewählt. Ohne weiteres Zubehör erhält Ihre Heizung jedoch keine Rückmeldung darüber, ob eine von Ihnen gewünschte Raumtemperatur auch erreicht wird. Die sich tatsächlich einstellende Temperatur ist abhängig von der Bauausführung des Hauses, der Lage und Nutzung des Gebäudes. Die Heizkurve kann daher im Praxisbetrieb an Ihren Bedarf angepasst werden.

Diese Aufgabe übernimmt bei NIBE die RMU S40. Sie misst die tatsächlich erreichte Raumtemperatur in einem Referenzraum und beeinflusst damit die Heizkurve.

An der RMU S40 kann die gewünschte Raumtemperatur eingegeben werden. Ist die Raumtemperatur dauerhaft zu niedrig erhöht die Wärmepumpe die Vorlauftemperatur. Ist die Raumtemperatur dauerhaft zu hoch verringert die Wärmepumpe die Vorlauftemperatur.

Die Temperaturmessung der RMU S40 dient so als Referenz für die korrekt eingestellte Heizkurve im gesamten Haus. Die Temperaturänderung durch die Regelung der RMU S40 findet in allen Räumen statt.

Jeder einzelne Raum kann durch die dort installierten Raumthermostate weiter heruntergeregelt werden, falls die Temperatur dort zu hoch ist. Dies kann in der Praxis z.B. in Schlafzimmern der Fall sein.

Die RMU S40 sorgt damit für einen energiesparenden Betrieb Ihrer Wärmepumpe mit möglichst niedriger Vorlauftemperatur.

Ohne diese Regelung würde die Wärmepumpe weniger wirtschaftlich mit zu hohen Temperaturen arbeiten müssen. Die höheren Vorlauftemperaturen würden in den einzelnen Räumen dann wieder heruntergeregelt werden.

Welche Abhilfe ist möglich, wenn Räume nicht ausreichend warm werden?

Wenn alle Räume gleichmäßig zu warm oder zu kalt sind, dann kann an der RMU S40 eine höhere oder niedrigere Raumtemperatur eingestellt werden. Wenn dies zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis führt ist die ausgewählte Heizkurve zu prüfen und ggf. zu ändern.

Wenn ein einzelner Raum nicht ausreichend beheizt wird, ist zunächst zu prüfen, ob die Durchflussmenge des Heizungswassers erhöht werden kann. Das für den Raum vorgesehen Stellventil ist bis zum maximalen Durchfluss zu öffnen. In Badezimmern wird häufig ein zusätzlicher elektrischer Wandheizkörper installiert. Dieser erzeugt höhere Temperaturen (Handtuchhalter) und ergänzt die Heizleistung der bereits vorhandenen Heizung. Es wäre unwirtschaftlich aufgrund eines Raumes die gesamte Heizung auf einem zu hohen Temperaturniveau zu betreiben.

Wenn mehrere Räume zu kalt sind, der Referenzraum jedoch die gewünschte Temperatur liefert, sollte der Durchfluss im Heizkreis des Referenzraumes überprüft werden. Er kann ggf. gedrosselt werden.

Wie lange dauert es, bis sich eine Veränderung einstellt.

Wärmpumpenregelungen sind träge und arbeiten mit niedrigen Temperaturen. Abhängig von der Gebäudedämmung verändert sich ein vorhandenes Temperaturniveau mehr oder weniger schnell. In einem Neubau mit Fußbodenheizung werden Änderung in der Regel in einem Zeitraum von 12 – 36 h wahrnehmbar.

Welche Voraussetzungen sind für einen effizienten Betrieb notwendig?

Ziel einer energiesparenden Einstellung ist es immer die Temperaturen so gering wie möglich einzustellen ohne dass der Wohnkomfort dadurch negativ beeinflusst wird. Früher wurden Heizungsanlagen häufig mit viel zu hohen Vorlauftemperaturen betrieben. In jedem Wohnraum musste dann die Zimmertemperatur über einzelne Thermostatventile wieder herabgeregelt werden. Dieses Vorgehen liefert zwar grundsätzlich die gewünschte Raumtemperatur verschwendet jedoch unnötig Energie.

Voraussetzung für einen komfortablen und energiesparenden Betrieb ist, dass jeder Raum die Menge an Heizungswasser bekommt, die aufgrund der Heizungsplanung notwendig ist. Ihr Installateur führt dazu den sogenannten hydraulischen Abgleich durch. Dabei stellt er alle Stellventile auf das dafür notwendige Maß ein und kontrolliert den Durchfluss.

Der Referenzraum muss dauerhaft einen ausreichenden Mindestdurchfluss für das Heizungswasser haben. Der Heizkreis dieses Raumes bleibt mit einem fest eingestellten Wert immer ausreichend geöffnet. Ihr Installateur stellt diesen Wert an den Heizkörpern oder dem Verteiler für die Fußbodenheizung fest ein.

Die RMU S40 muss an der Wärmepumpe angemeldet und für den Heizbetrieb aktiviert werden. Die Aktivierung erfolgt im Menüpunkt 1.3.3 Und kann dort kontrolliert werden.

Die folgende Einstellung wird im Menü 1.3.3 des Wärmepumpenreglers vorgenommen:
Zur Aktivierung der Funktion auf das Heizungs-Symbol tippen, so dass es zu einem Farbumschlag von Grau auf Rot kommt.

S-serien

Die generelle Anmeldung unterscheidet sich abhängig davon, ob eine kabelgebundene oder funkbasierte RMU S40 verwendet wird. Die Anmeldung ist im Installationshandbuch beschrieben.

Wie beeinflussen weitere Wärmequellen die Regelung?

Zusätzliche Wärmequellen beeinflussen die Regelung. Wenn im Aufstellraum der RMU S40 dauerhaft ein zusätzlicher Kaminofen betrieben wird, die RMU S40 zu nah an einem Heizkörper montiert ist oder sich in der direkten Sonneneinstrahlung befindet dann wird die Vorlauftemperatur für den Rest des Hauses zu niedrig liegen.

Einige Stunden Betrieb eines Kaminofens beeinflussen die Reglung aufgrund der Systemträgheit jedoch nicht spürbar.